Geschichte von Güntersberge
Die geschichtliche Entwicklung von 1100 bis 2011 erzählt von der
ehemaligen kleinsten Stadt im Harz.
Ver
mutlich ging der Ort Güntersberge aus einer fränkischen Siedlung hevor, denn der Namensteil "-berge" weist darauf hin. Bereits in der Ottonenzeit um 961 spielt die zwischen Bodfeld und Leimbach gelegene "Hohe Straße" eine besondere Rolle. Als der große Ostharzweg verbindet er die Jagdhöfe Bodfeld, Selkenfelde und Siptenfelde. In Nord-/ Süd-Richtung verlief eine zweite Straße von Quedlinburg über Bärenrode in das Selketal und südwärts in das Katzsolbachtal nach Nordhausen. Es wird angenommen, dass die Gründung von Güntersberge an diesen Straßen in das 11. Jahrhundert fällt.
Während der Regierungszeit Friedrich Barbarossas gibt es im Jahre 1179 eine erste urkundliche Erwähnung des "Alten Trop" (Ortsteil im Osten des Ortes) als Besitz des Klosters Hagenrode bei Alexisbad, bestätigt von Papst Alexander III. Ebenfalls in diese Zeit wird die Entstehung einer der größten Burganlagen des Harzes, der Güntersburg datiert. Heute ist von dem Bodendenkmal auf dem Kohlberg nur noch wenig zu sehen. Das Harzgeröder Amtbuch von 1608 erwähnt die Anlage bereits nur als "eine alte wüste Hausstedte". Neben ihrer sicherlich militärischen Bedeutung kann auch hier auf spätere Siedlungstätigkeit im Tal geschlossen werden. Güntersberge bestand ursprünglich aus zwei Ortschaften, dem Güntersberg und dem Alten Dorf. Nach einer Vereinigung im 15. Jahrhundert entstand der verbindende Ortsteil "Neustadt", beginnend gegenüber vom "Schwarzen Bär".
Am 07.04.1291 tritt der Name Ghuntersberg als Ortsteil im Westen in einer Kaufurkunde zwischen dem Marienkloster auf dem Münzenberg bei Quedlinburg und dem Bauer Gerold und dessen Ehefrau aus Güntersberge auf. Von da ab treffen wir ihn dann häufiger in Verbindung mit der Landesherrschaft und ihren wirtschaftlichen Manipulationen in verschiedener Schreibweise.
1413 wird Güntersberge an die Landgrafen von Thüringen verpfändet und 1435 an die Landgrafen von Stolberg.
1450 wird das Schloss zu Güntersberge (gegenüber der Kirche) als eine wehrhafte Anlage bezeichnet und besitzt damit eine wesentliche Grundlage zur Stadtbildung.
Das Stadtrecht erhält der Ort bereits 1491.
1493 ist die Rede von Feldflur auf dem "Aldenberge"; alles im "flecke", "felde" und "flure" zu Güntersberge gelegen, mit damals 750 Einwohnern.
Als erste gräfliche Schänke und Brauerei wird 1508 der "Schwarzer Bär" erwähnt. Die Stadt Güntersberge hatte den Grafen von Stolberg Geld geborgt und sich zur Refinanzierung das Nutzungsrecht des Gasthauses übertragen lassen.
Unter Graf Botho von Stolberg wurde 1518 Bärenrode, heute ein Ortsteil von Güntersberge, ganz in der Nähe der bereits 1179 erwähnten und später "wüst" gewordenen Siedlung neu gegründet.
Am Bauernkrieg im Jahre 1525 beteiligten sich die Güntersberger nicht. Die Bauern im Ort hatten eine andere Rechtsstellung, es gab keine Leibeigenschaft.
1536 fiel Güntersberge wieder an Anhalt. Die Grenzstreitigkeiten zwischen Anhalt und Stolberg dauerten etwa 120 Jahre und wurden erst 1659 beendet.
1538 brannte die Stadt samt Schloss bis auf 17 Häuser nieder. Der Wiederaufbau vollzog sich schnell. Laut Ratsprivileg von 1539 waren damals Brauhaus, Backhaus, Malzhaus und Badhaus vorhanden.
1563 wird die erste Mühle erwähnt und Güntersberge besteht aus 102 Häusern.
Im Zeitraum von 1577 bis 1579 lässt Hans von Knetligen das Schloss wieder aufbauen.
Im Jahre 1600 besteht Güntersberge aus 130 Häusern und 750 Einwohnern. 2 Jahre später zählt man 24 Vollspänner. Zu einem Vollgespann gehören 4 Pferde. 1608 wird die landwirtschaftlich bewirtschaftete Fläche von Güntersberge mit 2.503 Morgen angegeben.
Am 26. Juni 1630, 92 Jahre nach dem letzten Großbrand, brennt Güntersberge erneut bis auf das Schloss und einige Häuser ab. 1635 kommt Güntersberge zum Fürstentum Harzgerode und hat 1650 erst wieder 60 Häuser und 390 Einwohner.
1659 macht ein weiteres Feuer einiges an Aufbauarbeiten wieder zunichte, erreicht jedoch bei weitem nicht das Ausmaß der früheren Brände. Doch schon 48 Jahre später, 1707, brennt die Stadt erneut. 76 Häuser mit Rathaus, Schloss, Kirche, Schulen, Back- und Brauhaus werden ein Raub der Flammen. Strohgedeckte Häuser und fehlende Brandgiebel lassen immer wieder eine schnelle Ausbreitung des Feuers zu. Danach wird die Stadt vollkommen neu angelegt und die Hauptstraße (Hohe Straße) in die Stadt verlegt.
1709 - Güntersberge kommt wieder zur Bernburger Linie.
Von 1692 bis 1735 entstehen verschiedene Bergwerke um Güntersberge. Eine Gliederung vor dem Brand 1707 teilt den Ort in fünf Teile, den eigentlichen Flecken, die Neustadt, die Burg, den Albertinenberg und das Mühlbergviertel.
1722 werden der Albertinenberg und das fürstliche Vorwerk auf der Burg offiziell zusammengelegt. Der westliche und der östliche Teil sind durch die Neustadt verbunden.
1734 wird ein ständiger Bürgermeisters und 2 Kämmerer eingesetzt.
1747 werden die Gemeindeforsten verstaatlicht und die Holzkohle der um Güntersberge tätigen Köhler wird bis nach Mansfeld und in die Hütten im unteren Selketal geliefert.
1752 wird der Mühlteich in seiner heutigen Form oberhalb eines kleinen Teiches, der 1881 durch eine "Wasserflut" zerstört wurde, angelegt.
1753 - Aufruhr der Güntersberger Bauern gegen die Anhaltischen Landesherren wegen des großen Wildschadens. Als Folge werden Wildgatter errichtet.
Eine neue Zählung ergibt für Güntersberge nur noch einen Bestand von 11 Vollspännern. Im Katzsohltal arbeitet eine Mahlmühle.
Vor etwa 250 Jahren, also um 1750 wird Friedrichshöhe als Nebenzollamt an der alten Poststraße Braunschweig-Leipzig gelegen gegründet und erhält seinen Namen
1781. Es entstehen Försterei, Zollamt mit Gaststätte, Vorwerk mit Brauerei und Brennerei, Seifensiederei, Möbel-, Wagen- und Lackfabrik. Anfang des 19. Jhd. wird Friedrichshöhe als weiter bestehender Ortsteil mit der Domäne Güntersberge vereinigt.
1793 entsteht etwa 1 km westlich von Güntersberge im Hasenwinkel (oberes Selketal) eine fürstliche Mahl-, Schrot- und Schneidemühle. Zur Wasserversorgung wird der Ellernteich angelegt. Diese Mühle wird 1830 an den östlichen Ortsausgang von Güntersberge als Vorwerksmühle verlegt.
1880, nach der Auflösung der fürstlichen Domäne, geht diese Vorwerksmühle in Privatbesitz der Firma Stolte über und stellt bis 1910 Drechselerzeugnisse her. 1910 übernimmt die Firma Nickol diesen Betrieb und stellt Fassdauben her. 1917 sind hier 17 und 1930 15 Personen beschäftigt. Zeitweise liegt der Betrieb still und die dort tätigen Güntersberger müssen im Hauptwerk in Silberhütte arbeiten. Nach 1945 wechseln die Pächter und der Betrieb wird bis 1963 ein Teil des VEB (K) Holzverarbeitung Harzgerode.
Zurück in die Vergangenheit.
1831 wird der Friedhof in die Bärenröder Straße verlegt.
1841 wird die Schützengilde gegründet; die Bürgerwehr ist seit 1583 belegt.
Bis 1850 hat Güntersberge ein eigenes Justizamt, welches nun nach Harzgerode verlegt wird.
1856 zerstört ein Brand die Kirche von Güntersberge bis auf das barocke Portal der Nordseite und den Grabstein des letzten katholischen Pfarrers vor der Reformation. Druch diesen Brand werden weitere Häuser im Winkel, der Pfarrgasse sowie auf der rechten Seite der Marktstraße zerstört.
Von 1867 bis 1890 betreibt die Firma Törpel und Deicke eine Streichholz- und Holzstiftfabrik. Hergestellt werden Schwefelhölzer, Ahornstifte und Furnierhölzer.
1870 wird die Kirche "St. Martini" wieder aufgebaut.
1880 Separation: das Domänengebäude am Altenberg wird Rathaus. Das bisherige Rathaus wird als Gasthaus mit Ratskeller weitergeführt.
1887 Güntersberge hat einen eigenen Vertreter im Ballenstedter Kreistag. Es werden 842 Einwohner gezählt.
Der Ort gründet 1888 eine eigene Feuerwehr.
1889 wird der Zweigverein Güntersberge als Mitglied des Harzklubs gegründet.
1890 wird als Versuch wirtschaftlicher Belebung der Bahnanschluss bis Gernrode fertig gestellt. 1892 kann die Strecke durchgängig von Gernrode bis nach Hasselfelde befahren werden.
Die Firma Gehrmann errichtet ein Sägewerk in der Nähe des Bahnhofs, welches 1922 an die Firma Hagedorn übergeht. 1928 brennt das Werk ab, die Familie Hagedorn übersiedelt nach Gernrode und errichtet dort ein neues Sägewerk. 1922 wird in dieser Familie der Sohn Karl Heinz Hagedorn geboren, dessen Lebensweg von Güntersberge über Gernrode nach Augsburg und München und schließlich als Maler und Grafiker nach Amerika führt. Dort verstarb er Ende 2005. Seine Werke sind in etlichen internationalen Ausstellungen zu sehen.
Bis ins 19. Jahrhundert besaß der Ort zwei Markttage im Jahr.
1902 - Im Nordosten von Güntersberge (jetzige Heimbergsiedlung) entsteht eine Filiale der Firma Eisfeld, Pulver- und Pyrotechnische Fabriken, Silberhütte. Hergestellt wurden Schwarzpulver, Sprengpulver, Leuchtmunition, Feuerwerkskörper und anderes. Am 7. März 1908 ereignet sich eine schwere Explosion in der pyrotechnischen Fabrik mit 4 Toten und 2 Schwerverletzten.
1915 wird auf dem Gelände des heutigen Kindergartens ein dreiklassiger Schulneubau eröffnet und das 1708 erbaute und ab 1890 als Schule genutzte Grundstück Hoppe geschlossen. Eine Schule gibt es in Güntersberge seit der Reformation.
1919 wird eine Ortsgruppe der SPD mit 40 Mitgliedern grgründet.
1922 Gründung des Holzarbeiterverbandes.
Der Fortschritt hält mit der ersten Installation des elektrischen Lichtes 1924 seinen Einzug.
1927 Erstes Zeltlager auf dem Gierskopf, gegründet von der sozialistischen Arbeiterjugend SAJ.
1928 Gründung des Kurhauses, heute Hotel "Zur Güntersburg" als Erholungsheim für das anhaltinische Handwerk.
1929 Wasserleitungsbau.
1930 Bau einer Schule auf dem Burgberg. Der Unterricht erfolgte nun vierklassig.
Gründung der KPD-Ortsgruppe.
1935 - Die Stocksche Spiralbohrer- und Werkzeugmaschinenfabrik beginnt am 4.6.1935 ihre Arbeit. Im Betrieb arbeiteten zeitweise bis zu 600 Personen. Hergestellt wurden Hülsen für 3,7 cm Panzerspreng- und Flakgranaten sowie Torpedoteile. 1945 mit Kriegsende wird das Werk geschlossen.
Am 14. April 1945 wird der Ort durch amerikanische Truppen besetzt. Am 2.7. 1945 marschiert im Zuge der Grenzbegradigung die Rote Armee ein.
Im Juli desselben Jahres erfolgt die neue Gründung der KPD, SPD, LDPD und CDU-Ortsgruppen. 1946 findet die Vereinigung der beiden Ortsgruppen der Arbeiterparteien (KPD und SPD) zur SED im Ratskeller (heutiges Bürgerhaus) statt.
1946 werden im Rahmen der Reparationsleistungen die Streckenabschnitte der Schmalspurbahn Gernrode - Stiege und Alexisbad - Harzgerode demontiert und in die UdSSR transportiert.
1949 Als Neubau werden die Teilstrecken Gernrode - Lindenberg (Straßberg) und Alexisbad - Harzgerode wieder in Betrieb genommen.
Am 8.10. 1949 wird die Jugendherberge auf dem Areal des alten Rathauses eröffnet
1951 wird die MAS (Maschinen-Ausleih-Station) gegründet.
Im Jahr 1952 wird die LPG "Friedrichshöhe" im Ortsteil Friedrichshöhe gegründet und 1953 im Zusammenschluß die LPG "Karl Marx" in Güntersberge.
1958 - Der Unterricht in der Schule erfolgt nun zehnklassig.
1959 Schulneubau im NAW (Nationalem Aufbau Werk) an der Burgstrasse.
1964 Einzug des Industrieofen- und Anlagenbaus in die umgebauten Hallen der Stockschen Werke.
1971 Gründung des Gemeindeverbandes "Harz".
Im Rahmen des Wohnungsneubaus werden von 1980 bis 1981 2 Wohnblöcke mit je 6 bzw. 12 Wohnungseinheiten im Klingeweg errichtet.
1980 - Güntersberge erreicht die Einwohnerzahl: 1238, davon 471 weibliche, 401 männliche und 366 Jugendliche bis 16 Jahren.
1981 - 700 Jahrfeier von Güntersberge, die Stadt feiert mit einem großen Festumzug.
1983 wird der Naturlehrpfad eröffnet und am 30.11. erhält der Ort nach 37 Jahren durch die Eröffnung der 13,9 km Neubaustrecke Straßberg - Stiege in einer Bauzeit von Mai bis November wieder Anschluss an das Streckennetz der Selketalbahn. Am 5.6.1984 wird die Strecke auch für den Personenverkehr freigegeben. Güntersberge hat zwar noch ein Bahnhofsgebäude, zählt jedoch nur als Haltepunkt. Als Bahnhof ist Friedrichshöhe vermerkt.
Heute bietet die größte europäische Schmalspurbahn (140 km) mit täglichem Dampfbetrieb durch den neuen Streckenabschnitt Quedlinburg-Gernrode eine durchgehende Verbindung bis auf den Brocken an. Das Schienennetz der Selketalbahn, die 1887 als "Gernroder-Harzgeroder Eisenbahn" mit einem Meter Spurbreite gegründet wurde, ist auf 60 km gewachsen.
1984 wird die eigene Turnhalle eröffnet
1985 die Kaufhalle in Eigeninitiative gebaut.
1985 bis 1986 wird im gemeinschaftlicher Arbeit eine Orts-Antennenanlage errichtet.
1988 - Die Güntersberger Feuerwehr wird 100 Jahre alt.
1989 - Öffnung der Grenzen zur Bundesrepublik Deutschland und Neugründungen der SPD, CDU und der FDP im Ort.
Am 6.5.1990 erste freie Kommunalwahlen seit 60 Jahren.
1990 - Die Einwohnerzahl von 1229 (davon 655 weibliche und 574 männliche) wird sich in den nächsten Jahren durch Schließung der wichtigsten Betriebe, dem damit verbundenen Anstieg der Arbeitslosigkeit und dem Abwandern von jungen Menschen drastisch verringern.
Trotzdem wird von 1990 bis 1991 eine neue Schule am Stolberger Weg gebaut, die 2004 bereits wieder durch Schülermangel im Rahmen der Umstrukturierung geschlossen wird. Die Schüler ab Klasse 5 müssen nun täglich in das 15 km entfernte Harzgerode fahren.
1991 gründet sich der Fremdenverkehrsverein Güntersberge e.V. und Güntersberge wird Mitglied im Harzer Verkehrsverband.
Das KiEZ (Kinder- und Erholungszentrum - ehemals zentrales Pionierzeltlager) wird 1992 gegründet und ist heute die Institution mit den meisten Arbeitsplätzen am Ort. Als größte Ferienanlage in Sachsen-Anhalt ist es multifunktionell und großzügig angelegt und bietet zahlreiche Freizeit- und Unterkunftsmöglichkeiten (480 Betten ganzjährig).
1997 wird das "Mausefallen- und Kuriositätenmuseum" durch die Familie Knepper eröffnet.
Am 29.04.2000 wird nach grundlegendem Um- und Ausbau der ehemaligen Jugendherberge das ursprünglich alte Rathaus als Bürgerhaus mit Sitz von Stadtverwaltung und Touristeninformation eröffnet und an die Einwohner der Stadt Güntersberge übergeben.
Am 04.04.2001 erhält Güntersberge den Titel "Staatlich anerkannter Erholungsort"
2001 - Güntersberge hat am 30.06. noch 995 Einwohner.
Am 06.12.2001 bekommt Güntersberge durch die Existenz der Einrichtung KiEZ das Label "Der Kinder Harz" im Rahmen der Tourismusoffensive des Harzer Verkehrsverbandes "Harz 21" verliehen.
Anfang 2003 wird der Förderkreis Güntersberge e.V. als neuer Verein gegründet, der das 1930 mit Bauhausstilelementen in der Burgstrasse errichtete Schulgebäude wieder mit Leben erfüllen möchte. Dort ist inzwischen die Stadtbibliothek eingezogen, verschiedene Museumsbereiche wurden eingerichtet (Waldkabinett, Schulmuseum, Eisenbahnanlage) und Räume für wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen stehen zur Verfügung.
Im November 2004 gründet sich nach einer Informationsveranstaltung des Abwasser- Zweckverbandes Ostharz zum geplanten Bau einer Gemeinschaftskläranlage für die Orte Güntersberge, Siptenfelde und Straßberg eine Bürgerinitiative. Ziel war eine eigenständige und auf lange Sicht kostengünstigere Abwasserentsorgung unter Vermeidung kilometerlanger Druckleitungen und Pumpstationen im Naturschutzgebiet Selketal unter Einbeziehung modernster wissenschaftlicher Erkenntnisse und neuester Technik. Weiterer Bevölkerungsrückgang, nur dezenter Tourismus, sparsamer Verbrauch von Trinkwasser und konsequente Trennung von Regen- und Abwasser lassen in den nächsten Jahren den Abwasseranfall sinken und die Betriebskosten besonders bei zentralen Anlagen mit kilometerlangen Rohrleitungssystemen für die verbleibenden Bürger erheblich steigen. Schon zur Zeit der Reformation vor fast 500 Jahren wird den Güntersbergern in der Historie bescheinigt, ein gesundes Selbstvertrauen und die Zähigkeit zu besitzen, sich in wichtigen Fragen auch gegen die Landesverwaltung durchzusetzen. Einschränkende gesetzliche Grundlagen der heutigen Landesregierung, Abgabe der kommunalen Abwasserhoheit der Stadt Güntersberge durch Ratsbeschluss und Ablehnung von Fördermitteln im Fall einer tatsächlich möglichen eigenständigen Entsorgung ließen nach monatelangem Bemühen eine ortsspezifische Lösung nicht zu.
2006 feierte die Stadt ihren 725-sten Geburtstag. Im Rahmen der Festveranstaltung am 07.04.2006 wurde unsere Stadt Güntersberge vom Harzer Verkehrsverband mit dem Label "Naturharz" der Tourismusoffensive "Harz 21" ausgezeichnet.
Mit verschiedenen Veranstaltungen feierten die Vertreter der Stadt, die Vereine und Gäste, das Jubiläum "725 Jahre Güntersberge". Auch das Sommerfest im Juli, war aus diesem Anlass ein ganz besonderes Ereignis.
Parallel zum 725- jährigen Stadtjubiläum wurde im August 2006 der "Selketalstieg" eröffnet. Dabei handelt es sich um einen Wanderweg, welcher in Stiege am Bahnhof beginnend über Güntersberge, Straßberg, Silberhütte, Alexisbad, Mägdesprung, Ballenstedt, Bad Suderode bis nach Quedlinburg führt. Vorteilhaft ist dabei die Einbindung der Bahnhöfe der Selketal-Bahn einer Bahn der Harzer Schmalspurbahnen. Dadurch ist es besonders einfach nur Teilabschnitte zu wandern oder mit dem Rad zu fahren. Und wenn gewünscht, einen Streckenabschnitt mit der Bahn zurück zulegen.
Am 1. August 2009 schloss sich die Stadt Güntersberge mit ihren beiden Ortsteilen Bärenrode und Friedrichshöhe, mit der Stadt Harzgerode deren Ortsteilen Alexisbad, Mägdesprung und Silberhütte, sowie den Gemeinden Dankerode, Königerode, Schielo, Siptenfelde und Straßberg zur neuen Stadt Harzgerode zusammen.
Seitdem ist Güntersberge ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Harzgerode.
Heute gehört auch die Gemeinde Neudorf mit zur Stadt Harzgerode.
Für ein vielfältiges Vereinsleben sorgen in Güntersberge die zahlreichen Vereine:
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
- Auch in der Freiwilligen Feuerwehr Güntersberge freut man sich über weitere Unterstützung.
